Kompostwürmer Vermehren, Züchten und Überwintern

Kompostwürmer sind kleine nützliche Helferlein im Garten. Sie verwandeln Pappe, Küchen- und Gartenabfälle in wertvollen Wurmhumus.Sie ernähren sich von Ihren organischen Abfällen. Wir zeigen Ihnen worauf es beim Vermehren , Züchten und Überwintern ankommt und wie leicht es geht.

Sie sind relativ anspruchslos und jeder Gartenfreund kann sich mit ein paar einfachen Mitteln über die Hilfe der kleinen Nützlinge freuen. Keinesfalls sind sie eklig oder sollten beseitigt werden, weil sie vielleicht jemand für Schädlinge hält.

Kompostwürmer (Eisenia fetida)

Der Mist- oder Kompostwurm (Eisenia foetida) erreicht eine Länge von bis zu 9 cm, ihr Gewicht beträgt 0,5 bis 0,6 Gramm. Mit ca. 12 Wochen sind sie ausgewachsen, zu erkennen am hellen Gürtel, der am Vorderende sitzt. Bei Kompostwürmern handelt es sich um Zwitter. Die Befruchtung erfolgt wechselseitig.  Zwischen Frühjahr und Herbst legen Kompostwürmer ca. 20-30 Kokons mit jeweils 11 Eiern. So kann der Kompostwurm über 300 Nach­­kommen pro Jahr erzeugen.Ihre durchschnittliche Lebenserwartung beträgt bis zu sechs Jahren.

Erwachsene Würmer verdauen täglich die Hälfte ihres Eigengewichts. Bei 1000 Würmer benötigen Sie cirka 100 – 150 g Futter täglich.

Kompostwürmer züchten

Würmer passen sich in ihrer Population dem Futterangebot an. Wer Kompostwürmer selbst züchten möchte, kann das mit einem gewissen Grundstock. Circa 1000 Würmer für einen Quadratmeter sollten die Grundlage bilden. Das klingt zwar nach einer ganzen Menge, aber es handelt sich dabei gerade mal um 400 bis 500 Gramm.

Eisenia foetida vermehren sich rasant. Sind die Bedingungen optimal, erfolgt eine Verdoppelung der Würmer Population ungefähr alle acht Wochen.

Leider muss mit einer Sterblichkeitsrate von 10% nach kurzem Einsatz gerechnet werden. Die Würmer legen aber schnell neue Kokons, die schlüpfenden Würmchen passen sich direkt an die Umgebung an und vermehren sich weiterhin, wenn sie alt genug sind.

Was fressen Kompostwürmer

Organische Abfälle und mineralische Erde stellen ihre Nahrung dar. Auf diese Weise produzieren sie den Wurmkompost. Dabei wird von jedem Wurm täglich etwa die Hälfte seines eigenen Körpergewichts gefressen. Die Würmer sorgen für knapp 1 Liter Wurmhumus aus 5 Litern Küchenabfällen. Dabei kommt es auf die richtige Zusammensetzung und Menge an, die die Nahrung ausmacht. Sie ist nicht nur für das Wohlbefinden der Würmer wichtig, sondern auch für eine hohe Aktivität, die schlussendlich für einen ausgewogenen Nährstoffgehalt sowohl im Wurmkompost als auch in der organischen Nährlösung sorgt.

Geeignetes Material für die Wurmkiste

Bioabfall wie Schalen von Obst und Gemüse, sowie deren Stängel und Reste. Kaffeesatz, Tee ohne die Papieretiketten, Eierschalen zerkleinert , Reste und Erde von Schnittblumen und Topfpflanzen und zerkleinertes Schnittgut, zerkleinertes Papier , Pappkarton oder Eierkarton, Haare, angerottetes pflanzliches Material sind ebenfalls gut.

TIPP !
Sie werden feststellen, dass die Würmer mehr fressen, als Biomüll anfällt. Mischen Sie immer unter die Küchenabfälle zerkleinerte Pappe oder Papier. So können Sie gut die Feuchtigkeit in der Wurmkiste regulieren. Würmer brauchen Zellulose

Ungeeignete Materialien

Nur wenig geeignet für die Wurmkiste sind Zitrusfrüchte und Bananenschalen, Schalen von Knoblauch und Zwiebeln, Kleintiereinstreu, Holzasche zum Einsatz kommen.

Gar nicht  sind Pflanzenteile die mit Pestiziden, Fungiziden oder Herbizid Rückständen belastet oder von Schädlingen befallen oder krank sind. Ebenso nicht geeignet sind öl- und fetthaltige Küchenabfälle, gekochte Speisereste, Reste von Fleisch oder Fisch, Knochen, Butter, Käse, Salz oder tierische Abfälle. Papier, das bunt bedruckt oder beschichtet ist, hat im Kompost ebenso wenig zu suchen wie der Kot von Haustieren oder Kohle- und Brikettasche.

So leben die Würmer

Kompostwürmer sind eher anspruchslose Zeitgenossen. Allerdings fühlen sie sich nicht wohl wenn die Nahrung zu wenig, zu trocken oder zu feucht ist. Sie sind empfindlich gegenüber heißen Temperaturen, die über 30°C Grad steigen. Gut ist es daher, wenn der Kompost im Schatten ist. Durch spezielle Behälter für den Kompost lässt sich auch Schatten erreichen. Den größten Komfort haben die Würmer bei 20°C Grad in einer feuchten Umgebung. Das führt nicht nur zur größten Futteraufnahme, sondern auch zur ihrer Fortpflanzung.

Woher bekommen?

Kompostwürmer gibt es im Internet zu kaufen, sie können ebenso vielen Gartenmärkten bestellt werden. Direkt nach der Lieferung im Beutel mit Erde sollten sie an den Platz umgesetzt werden, an dem sie in der Zukunft ihre Arbeit verrichten sollen. Wurmkokons sind eine gute Alternative, aus ihnen schlüpfen die Würmchen dann vor Ort. Für die Tiere ist die Form auf jeden Fall stressfreier. Sie gewöhnen sich so direkt an ihre Umgebung, allerdings brauchen sie etwas Zeit, um sich vollständig zu entfalten.

Kompostwürmer überwintern

Ist der Kompost in einem Behälter untergebracht, sollten der Komposter Bodenkontakt haben. Dann können sie sich einfach in den frostfreien Bereich, in 40 bis 80 cm Bodentiefe, eingraben. Dort verfallen Sie in eine Art Kältestarre. Die abgelegten Kokons sind widerstandsfähig gegen die Kälte. Und im Frühjahr schlüpfen die Jungwürmer

Sie können auch einen Teil der Würmer zum Überwintern ins Haus, da sie weder ausbrechen oder stinken. Ein größerer Pflanztopf, eine Kiste aus Holz oder Kunststoff oder ein Eimer eignen sich hervorragend. Feuchtes Stroh oder Pappe als Bodenschicht mit Rohkompost und Bioabfall und die Würmer sind glücklich. Es sollte regelmäßig feuchter Pappe und Bioabfall zugefügt werden. Wer die Würmer beobachten möchte, kann sie auch im Glas halten.